 Vlies und Papierstern sind lösungsmittelfrei durch Ultraschallwellen verschweißt.
 Blick auf die rillierte Innenzarge, die das Papier fixiert.
 Peter Riedmayer erläutert das Funktionsprinzip der gekammerten Dichtung.
 Filterstern und Kunststoffscheibe: eine sichere Verbindung dank Plastifizierung.
 Die patentierte Ölablassvorrichtung: Der Pin gibt die Ablaufbohrung frei, …
 … dadurch kann das Gehäuse leerlaufen.
| Ein Ölfilter hat sein ganzes Produktleben lang die Aufgabe, nicht erwünschte Stoffe und Partikel aus dem Ölkreislauf fernzuhalten. Und nach erfolgreichem Erfüllen seiner Mission wird er selbst entfernt und entsorgt. Idealerweise am Stück, ohne aufwendige Mülltrennung.
Die zeitgemäße, umweltfreundliche Lösung lautet daher: Öko-Ölfiltermodul. Dieses besteht aus zwei Teilen: Erstens aus dem Filtergehäuse und einem passenden Deckel (aus Aluminium oder Kunststoff), das über die gesamte Lebensdauer im Fahrzeug verbleibt und dort beispielsweise als Aggregatträger Zusatzfunktionen übernimmt. Und zweitens aus dem Filtereinsatz. Dieser ist aus Filterpapier und umweltverträglich veraschbaren Kunststoffen gefertigt. Er wird im Rahmen der Inspektion ausgewechselt und in Müllverbrennungsanlagen mit entsprechendem Wärmegewinn verbrannt – übrig bleibt tatsächlich nur ein Häufchen Asche. Für eines dieser Systeme wurde MAHLE übrigens 1996 vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Aber das ist nur eine von vielen guten Ideen in einem MAHLE Ölfilter. Denn – ganz gleich, welches Filtermodell man näher betrachtet – es finden sich zumeist gleich mehrere patentierte Lösungen, die den Filter und seine Montage einfacher, effektiver und auch umweltfreundlicher machen.
Nehmen wir beispielsweise einmal das Modell OX 171/2D, das in den Fahrzeugen der Marken Citroën, Ford und Peugeot zum Einsatz kommt. Peter Riedmayer, Produktmanager Filter Aftermarket, zeigt uns zunächst einmal dessen Vliesscheibe. Die Lochung – fast erscheint sie ein wenig zu klein, aber beim Aufsetzen auf das Gegenstück offenbart sich die Raffinesse: Das Vliesstück ist nämlich nicht nur Endscheibe, sondern auch gleichzeitig eine so genannte gekammerte Dichtung, das heißt, das Vlies legt sich bei der Montage des Filters so zwischen Standrohr (Gehäuse) und Innenzarge (Filter), dass es eingeklemmt und verpresst wird. Das Resultat: eine optimale Abdichtung. Und das Vlies beinhaltet noch eine weitere gute Idee: Es ist nämlich umweltfreundlich durch Ultraschallwellen mit dem Filterpapier verschweißt – ohne Klebstoff, ohne Lösungsmittel. Nun greift Peter Riedmayer beherzt zum Skalpell … und schneidet das Filterelement auf, um uns die feinen Rillen im schwarzen Kunststoffträger zu zeigen. Diese so genannte rillierte Innenzarge führt und fixiert den gefalzten Filterstern – und verhindert eine eventuelle Berührung der Faltenenden. Damit wird der reibungslose Durchfluss des Öls gewährleistet.
Dann dreht der Filterexperte sein Musterelement um und zeigt uns die schwarze Öffnung der Kunststoffscheibe – auch dies eine raffinierte Methode der Abdichtung: Der an dieser Stelle speziell ausgeformte Kunststoff fungiert beim Aufsetzen als zuverlässige Dichtlippe. „Und wie ist eigentlich das Filterpapier an der schwarzen Kunststoffscheibe befestigt?“ Hier ist wieder kein lösungsmittelhaltiger Klebstoff zum Einsatz gekommen. Stattdessen wurde der Filter an dieser Stelle plastifiziert, das heißt, die Oberfläche der Kunststoffscheibe wurde durch ein patentiertes Verfahren erwärmt. In das so entstehende weiche Kunststoffbett wird der Filterstern eingedrückt und beim Aushärten fixiert – eine sichere Verbindung.
Zum Schluss stellt sich natürlich noch die Frage nach dem auffälligen schwarzen Kunststoffdorn (Pin), an dem ein Dichtungsring montiert ist. Welche Aufgabe hat dieser? Nun, hier handelt es sich um die branchenbekannte patentierte Ablassvorrichtung, die jeder, der schon einmal diesen Ölfiltereinsatz gewechselt hat, sicherlich dankbar registriert hat. Dieser Pin wird beim Öffnen des Gehäusedeckels mitgezogen und gibt eine Ablaufbohrung frei, durch die das Gehäuse leerläuft. Bei der Gelegenheit weist uns Peter Riedmayer noch auf die Form und Platzierung des Pins hin, der sich bei der Montage des Filters auf einer exakt vordefinierten Bahn bewegt und so seinen Platz sicher in der vorgesehenen Bohrung findet. – Wir sind schwer beeindruckt. |